Bild zu 'Auf ein Wort'

Pünktlich vor Ostern ist die Restaurierung der Heilig-Grab-Kapelle in Jerusalem abgeschlossen worden. Dabei hat man festgestellt: Hinter der Marmorverkleidung der Kapelle befinden sich tatsächlich die original Felswände des Höhlengrabes, in dem Jesus bestattet wurde und auferstanden ist. Vor über 500 Jahren wurde in die Rysumer Kirche eine Nachbildung dieses Jerusalemer Grabes eingebaut. Von Karfreitag bis zum Ostermorgen wurde damals im Mittelalter das gesamte Geschehen von der Kreuzigung und Grablegung Jesu bis zu seiner Auferstehung am Ostersonntagmorgen sichtbar und erlebbar gemacht.
Doch das Entscheidende an Ostern ist nicht das leere Grab. Wir erinnern uns Ostern an die Auferstehung Jesu. Aber sie interessiert uns nicht als Vergangenheit. Wir sind davon überzeugt: Jesus lebt! Er ist durch seinen Geist in uns lebendig. Ja, noch mehr: Wir feiern seine Auferstehung, weil sein Geist uns lebendig macht.
Das Kreuz Jesu erinnert uns daran, wie der Tod, und die mit Gewalt und Tod drohende Macht unser Leben bestimmen. Wenn wir alles das auf uns wirken lassen, was Menschen einander in dieser Welt antun – die ganzen Meldungen von menschlicher Grausamkeit, von Gewalt, Bürgerkrieg und Krieg – dann ahnen wir vielleicht, wie sehr der Tod unser Leben im Griff hat und unsere Welt ständig durcheinander wirbelt.
Dagegen steht in Jesus Gottes Schöpfungskraft des Lebens auf! Darum feiern wir Ostern als Frühlingsfest und Fest der Freude. Wir machen das Leben in uns stark.

 Dr. Holger Balder